Eine Situation, die viele kennen: Man hat endlich die wunderschöne Monstera Deliciosa (unsere Maria) im Haus, prüft jede Woche gespannt, ob ein neues Blatt zum Vorschein kommt, und dann... wieder ein Blatt ohne ein einziges Loch. Ich verstehe diese Enttäuschung vollkommen. Schließlich sind genau diese Löcher der Grund, warum wir uns alle in diese Pflanze verlieben.
Die kurze Antwort: In fast allen Fällen ist mit Ihrer Pflanze nichts falsch. Junge Monsteras bilden einfach zuerst geschlossene Blätter, und erst wenn sie älter und größer werden, entstehen die Löcher. Meine eigene Monstera brauchte damals bestimmt acht Blätter, bevor das erste Loch auftauchte, und ich habe in dieser Zeit wirklich alle Checklisten aus dem Internet abgearbeitet, obwohl eigentlich nichts los war.
Im Folgenden erkläre ich, woran es liegen kann und woran nicht, und was Sie tun können, um Ihrer Pflanze zu helfen.
Wann bekommt eine Monstera eigentlich Löcher?
Es gibt kein festes Alter oder eine feste Blattanzahl, nach der die Löcher "auftauchen müssen". Die eine Pflanze ist eben schneller als die andere, und die Umstände, unter denen sie steht, spielen eine große Rolle.
Was ich selbst gelernt habe: Schauen Sie nicht auf das Alter, sondern auf die Entwicklung. Bildet Ihre Pflanze regelmäßig neue Blätter? Werden diese Blätter mit der Zeit größer? Dann wächst Ihre Monstera einfach, auch wenn Sie das noch nicht in Form von Löchern sehen.
Haben Sie einen kleinen Steckling gekauft oder selbst gezogen? Dann rechnen Sie nicht damit, dass das nächste Blatt sofort ein großes Blatt voller Löcher wird. Dieser Schritt kommt erst später. Allerdings können bereits Löcher entstehen, wenn die Pflege ansonsten gut ist, schauen Sie sich nur meine eigene kleine Monstera an!

Licht ist meist der große Übeltäter
Wenn ich eines überprüfen würde, dann das: Steht Ihre Monstera hell genug?
Eine Monstera überlebt leicht an einem schattigen Plätzchen, aber "überleben" ist etwas anderes als schön zu wachsen. Bei zu wenig Licht wächst eine Pflanze langsamer und neue Blätter bleiben kleiner und einfacher.
Möchten Sie große Blätter mit Löchern? Dann stellen Sie sie dorthin, wo sie viel helles Tageslicht bekommt. Das muss nicht in der vollen Mittagssonne sein, aber nahe an einem Fenster. Steht Ihre Pflanze seit Monaten in einer dunklen Ecke, weil sie dort zufällig so schön aussieht? Dann ist das wahrscheinlich genau Ihr Problem.
Dies wird übrigens auch durch Forschungen zur Monstera deliciosa bestätigt: Pflanzen, die bei mehr Licht aufwuchsen, bekamen im Durchschnitt mehr Löcher als Pflanzen im Schatten. Beachten Sie jedoch: Mehr Sonne ist keine Garantie für mehr Löcher. Ihre Pflanze muss sowieso alt und groß genug sein.
Hilft ein Moosstab für größere Blätter?
Ein Moosstab kann sicherlich helfen, aber nicht direkt, weil er Löcher verursacht. Eine Monstera ist von Natur aus eine Kletterpflanze: In der Natur wächst sie an Bäumen empor. Wenn Sie ihr im Haus diese Kletterhilfe geben, unterstützen Sie ihre natürliche Wuchsweise, und das kommt der gesamten Pflanze zugute.
Sehen Sie den Moosstab also nicht als Trick für Löcher, sondern als Unterstützung für ein gesundes Wachstum. Möchten Sie wissen, wie Sie eine Monstera richtig klettern lassen? In unserem kompletten Leitfaden zur Monstera-Pflege erkläre ich das Schritt für Schritt.
Ist eine Monstera ohne Löcher ungesund?
Nein, absolut nicht. Das fiel mir selbst schwer zu glauben, als meine Pflanze immer wieder "versagte", aber eine junge Monstera kann kerngesund sein, obwohl die Blätter noch völlig geschlossen sind.
Schauen Sie lieber auf das Gesamtbild: Wächst Ihre Pflanze, werden die Blätter größer, sehen die Wurzeln gesund aus und bekommt sie genug Licht? Dann ist alles in Ordnung, auch ohne Löcher.
Ich finde es immer schade, wenn Menschen denken, sie machen etwas falsch, nur weil ihre junge Pflanze noch keine Löcher hat. Oft braucht Ihre Monstera einfach etwas mehr Zeit, genau wie bei mir.
Große Blätter, aber trotzdem keine Löcher?
Auch das kommt regelmäßig vor. Ein großes Blatt bedeutet nicht automatisch ein Blatt voller Löcher; diese Entwicklung verläuft Schritt für Schritt und nicht jedes neue Blatt sieht gleich aus.
Es kann also durchaus sein, dass Ihre Monstera bereits ein paar stattliche Blätter gebildet hat, aber die Löcher noch ausbleiben. Achten Sie dann auf die Blätter, die danach kommen. Werden sie langsam größer und tauchen ab und zu Löcher auf? Dann befindet sich Ihre Pflanze einfach in einer normalen Entwicklung.
Umgekehrt kann es übrigens auch sein: Eine Pflanze, die bereits Blätter mit Löchern gebildet hat, macht danach manchmal wieder ein einfacheres Blatt. Auch davor brauchen Sie sich nicht zu erschrecken.
So helfen Sie Ihrer Monstera auf die Sprünge
Löcher lassen sich nicht erzwingen, aber Sie können die besten Bedingungen schaffen, damit sich Ihre Pflanze gut entwickeln kann:
- Genug Licht: Stellen Sie Ihre Monstera an einen hellen Ort mit viel Tageslicht. Dies ist der erste Punkt, den ich immer überprüfe, wenn eine Pflanze im Wachstum zurückbleibt.
- Eine Kletterhilfe: Ein stabiler Moosstab oder Rankhilfe entspricht der natürlichen Wuchsweise und unterstützt größere Pflanzen. Achtung: Dies ist absolut nicht notwendig, um Löcher in Ihrer Monstera zu bekommen.
- Eine gesunde Basis: Gute Blumenerde, gesunde Wurzeln, rechtzeitig Wasser und Nährstoffe während der Wachstumsperiode. Eine einzelne Anpassung führt selten sofort zu Löchern, aber zusammen machen sie den Unterschied. Ab etwa April/Mai können Sie mit etwas zusätzlicher Pflanzennahrung beginnen, bis etwa September/Oktober, wenn es draußen kühler wird.
- Geduld: Vielleicht nicht die Antwort, auf die Sie gewartet haben, aber die wichtigste. Eine junge Monstera braucht einfach Zeit, um reife Blätter zu bilden. Sie können die Bedingungen verbessern, aber monatelanges Wachstum überspringen Sie nicht.
Meine Monstera ist schon groß, bekommt aber immer noch keine Löcher. Was nun?
Dann würde ich mir noch einmal genau den Standort ansehen. Steht Ihre Pflanze wirklich hell, oder steht sie eigentlich schon seit Jahren am selben dunklen Ort, weil sie dort zufällig gut passt?
Schauen Sie danach auf die neuen Blätter: Bleiben sie klein, oder bildet die Pflanze wenig neues Wachstum? Und überprüfen Sie die Basis: Sind die Wurzeln gesund, ist die Blumenerde noch geeignet und bekommt die Pflanze während der Wachstumsperiode genug Nährstoffe? Wenn die Pflanze bereits einige Jahre im selben Topf steht, empfehle ich, die Pflanze in einen etwa 20 % größeren Topf umzutopfen. Dann bekommen die Wurzeln Platz, sich weiter auszubreiten, und Sie werden sehen, dass die Blätter davon profitieren werden!
Mein Tipp: Ändern Sie nicht alles gleichzeitig. Beginnen Sie mit dem Licht, beobachten Sie, wie die neuen Blätter darauf reagieren, und passen Sie dann erst den Rest an.
Kurz zusammengefasst
Ist Ihre Monstera noch jung? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie einfach Zeit braucht. Junge Pflanzen bilden oft zuerst geschlossene Blätter, bevor die Löcher kommen. Bekommt eine ausgewachsene Pflanze schon lange keine Löcher? Dann schauen Sie vor allem auf das Licht und darauf, wie sich die neuen Blätter entwickeln.
Mein Rat: Geben Sie Ihrer Monstera einen hellen Platz, pflegen Sie sie gut, lassen Sie sie klettern und haben Sie vor allem ein wenig Geduld. Und versuchen Sie nicht, jede Woche zu überprüfen, ob das neueste Blatt schon Löcher hat... obwohl ich das selbst immer noch heimlich sehr gerne mache.
Denn das ist ja gerade das Schöne an einer Monstera: Man sieht sie langsam wachsen und sich verändern. Im einen Moment sind die Blätter noch völlig geschlossen, und beim nächsten Mal rollt plötzlich ein Blatt mit den allerersten Löchern heraus. Dann weiß man: Sie ist wieder einen Schritt weiter. Und eine nette Tatsache: Wenn Ihre Monstera wirklich in die Jahre kommt, entstehen sogar doppelte Löcher im Blatt, wobei näher an der Blattader oft ein kleines, zusätzliches rundes Loch entsteht.
Möchten Sie alles über die Monstera-Pflege wissen?
Licht ist nur ein Teil des Puzzles. In unserem kompletten Leitfaden zur Pflege der Monstera erfahren Sie auch alles über das Gießen, die Blumenerde, die Nährstoffversorgung, Luftwurzeln, Moosstäbe und die häufigsten Probleme.
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